Über den Vorstand
Gianna Irmisch – 2. Vorsitzende des Vereins Zentrum für Weiblichkeit e.V.

Als Kind nahm ich die Gefühle der Menschen in meiner Umgebung sehr stark wahr. Intuitiv ahnte ich, dass insbesondere die unbewussten oder unterdrückten Gefühle oft Ursache für Leid und Schmerzen, ja sogar für Erkrankungen sind. So entstand in mir der Wunsch, einen therapeutischen Beruf zu ergreifen und die „Gefühls-U-Boote“ sichtbar und zugänglich zu machen. 2012 approbierte ich als Ärztin und begann, Teilzeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu arbeiten. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereichert und inspiriert mich und unsere Arbeit mit Frauengruppen sehr durch die Unmittelbarkeit, mit der junge Menschen ihren Gefühlen begegnen.

Seit Beginn meines Studiums faszinierte mich auch besonders die Chinesische Medizin, die Körper und Seele als Einheit versteht.

In den Vorbereitungskursen für meinen Studienaufenthalt in China* lernte ich 2009 Dr. Beate Maul kennen. Die enorme Klarheit dieser Ärztin für Chinesische Medizin, ihre Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und ihre leidenschaftliche Freude daran, ihr breites Wissen weiterzugeben, gefielen mir sehr. Von diesem Zeitpunkt an machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach einem neuen Miteinander als Frauen, einem anderen Umgang mit unseren Gefühlen und einem Bewusstsein für unsere weibliche Kraft und Intuition.
Das letzte Jahr des Medizinstudiums führte mich in ein anthroposophisches Krankenhaus und in eine Erwachsenen-Psychiatrie. In den verschiedenen Bereichen konnte ich weitere Erfahrungen sammeln, wie sehr Psyche und Körper miteinander verwoben sind. Zunehmend wurde mir bewusst, wie bedeutsam der Zugang zu Gefühlen ist, um unsere Selbstheilungskräfte zu aktivieren und wie wenig Beachtung diese Tatsache in der heutigen Medizin erhält.

Wie aber können wir unseren Gefühlen und dieser in uns wohnenden Heilkraft vertrauen lernen? Und wie kann ich als Ärztin Menschen auf diesem Weg  begleiten?

Mit dem Zentrum für Weiblichkeit e.V. geht ein großer Wunsch in Erfüllung: Es ist ein geschützter Ort  für Frauen entstanden, an dem wir wieder unseren eigenen Körper und unsere Gefühle wahrnehmen und uns mit unserer weiblichen Kraft und Intuition verbinden können.

*In China entstand die ZDF Reportage „Zwischen Yin und Yang – Heilen lernen im Reich der Mitte“.

 

Dr. Beate Maul